Andere spaßige Spiele

In der guten alten Zeit (vor Vollzeit-Job, Familienleben und Training) habe ich mich einer ganzen Reihe von Spielen gewidmet, von klassischen Fantasy-Rollenspielen bis zu Karten- und Brettspielen. Hier ist eine Auswahl...


DSA

Das Schwarze Auge - eines der ersten deutschen Fantasy-Rollenspiele. Die ersten Ausgaben waren noch eher schlicht vom Regelwerk, und das Material war sehr auf die DSA-Welt Aventurien zugeschnitten und ein bisschen hokey. Ein Klassiker ist immer noch die schwarze Plastikmaske, die der Spielleiter aufsetzen sollte, um seine Absichten zu verbergen - gruuuslig. Spaetere Editionen gingen dann sehr ins Micromanagement - Charaktere hatten hunderte von Fähigkeiten und Zaubersprüchen mehr oder weniger; die Charakterbögen wuchsen auf mehrere Seiten und die Charaktererschaffung (wenn man es genau nahm) auf mehrere Stunden (wenn auch nicht so ausufernd wie Rolemaster). Trotzdem spaßig. Ich muss allerdings zugeben, daß ich die Weiterentwicklung nicht mitverfolgt habe und keine Ahnung habe, wie die augenblicklichen Regeln aussehen.


D&D/ AD&D

Dungeons & Dragons war meines Wissens das erste erfolgreiche Fantasy-Rollenspiel und prägte Generationen von Geeks; der Nachfolder (Advanced Dungeons & Dragons) brachte deutliche Verfeinerungen und hielt sich (bis er durch eine neue Edition, die wieder D&D heißt, abgelöst wurde) als größte Marke im Rollenspielgeschäft. Die Grundregeln sind einfach, so daß neue Spiele schnell einsteigen können; die Charaktererschaffung ist schnell und schmerzlos; andererseits ist extrem viel Material verfügbar (Quellenbücher für alle Characterklassen und "Alignments", 'zig Artikel in diversen Zeitschriften, Weltbeschreibungen usw.), so daß man in das Spiel hineinwachsen kann. Hauptschwachstelle der Regeln ist das schnelle Wachsen der Charaktere - ein Level-1 Charakter kann von einem Steinwurf sterben, während eine Truppe von gut ausgestatteten Level-8-Charakteren sich munter durch ein ganzes Rudel Drachen metzeln kann. Das führt oft zu eher "körperbetontem" Spiel, so daß AD&D und "Hack'n'Slash" fast schon synonym sind.


Midgard

Ein weiteres deutsches Rollenspiel, bei dem die die Spielbalance stimmt - Charaktere können Tiefe bekommen, ohne in Zahlenwust auszuarten, und wachsen, ohne zu Halbgöttern zu werden. Die Unterstützung durch zusätzliche Quellen ist nicht ganz so gut wie bei AD&D, was vom Spielleiter etwas mehr Einsatz fordert, dafür auch die Kosten im Rahmen hält. Midgard ist vielleicht eines der besten Fantasy-Rollenspiele, und daß ich nicht so tief eingestiegen bin wie in andere, ist wahrscheinlich mehr Zufall als irgendwas anderes.


Munchkin

Eine brilliante Parodie, die die Essenz von Fantasy-Rollenspielen in ein Kartenspiel überträgt: ins Dungeon gehen, Monster metzgern, Schätze plündern, gegen Mitspieler intrigieren, was braucht man mehr? Dazu kommen sehr witzige Karten (die Monster reichen vom "Lame Goblin" über den "Stoned Golem" bis zum "Plutonium Dragon") mit äußerst knuffigen Illustrationen. Das Spiel ist schnell zu lernen, kann mit diversen Erweiterungen angereichert werden, und dauert nicht allzu lang. Insgesamt spielt das Glück vielleicht eine etwas zu große Rolle (wer zuerst einige Knüllergegenstände einsammeln kann, ist schwer aufzuhalten), aber Gewinnen ist bei diesem Spiel sowieso zweitrangig.


Lunch Money

Für einen Kampfsportler wie mich ist Lunch Money natürlich kein Spiel, an dem man vorbeikommt: eine Kartenspielversion eines erbarmungslosen Faustkampfs ums Pausenbrotgeld, für idealerweise vier bis acht Spieler. Man beharkt sich gegenseitig mit Schlägen und Tritten und hofft, daß der Gegner einen nicht auskontert und in den Würgegriff nimmt. Unterlegene Spieler tun sich gegen stärkere zusammen, oder stärkere bilden eine Allianz, um angeschlagene Mitspieler entgültig rauszukegeln - definitiv ein schnelles, aktionsgeladenes Spiel, daß einen Heidenspaß macht, aber nur, wenn man virtuelle Ohrfeigen nicht persönlich nimmt.


Bloodbowl

Diese Brettspiel-Version von American Football war eines der wenigen Spiele von Games Workshop, die man vernünftig spielen kann, ohne Risiko zu laufen, bankrott zu gehen - es gab das Basisspiel, die Liga-Box "Death Zone", eine Handvoll Teams und Starspieler, alles in allem nicht mehr als ein paar hundert Mark - wahrscheinlich wurde das Spiel deswegen auch eingestellt. Schade eigentlich, das Spiel macht nämlich eine Menge Spaß, die Teams haben deutlich unterschiedliche Charakteristika und erfordern unterschiedliche Strategien, und obwohl der Erfolg von spektakulären Aktionen Glückssache ist, ist der Spielausgang doch sehr vom Geschick der Spieler abhängig.


Carcassonne

Carcassonne ist eines der genialsten Brettspiele aus einem ganzen Genre, bei dem das Spielbrett im Lauf des Spiels aufgebaut wird und die Spieler aus den neuen Gegebenheiten das Beste machen müssen. Konkret ziehen die Spieler reihum Landschaftskarten, die sie passend anlegen müssen, um möglichst große Städte, Straßen und Wiesen zu bauen und für sich in Besitz zu nehmen. Dabei kann man durchaus abwägen, ob es sich lohnt, mit anderen Spielern an einem Bauprojekt zusammenzuarbeiten, oder ihnen Steine in den Weg zu legen. Das Spiel ist einfach, aber fesselnd, und dauert weniger als eine Stunde, so daß man mehrere Partien an einem Abend hinbekommt.


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