Laufen

Laufen war zu Schulzeiten zugegebenermaßen meine Horrorsportart - weder war ich besonders gut in Form, noch hatte ich den Bewegungsablauf so weit raus, daß ich durch Technik irgendetwas hätte gutmachen können. Entsprechend packte mich nach einem halben Kilometer regelmäß das Seitenstechen.

Umso erstaunter war ich, als mich bei einem Tel-Aviv-Aufenthalt im Herbst 2000 spontan die Lust packte, ein paar Kilometer zu laufen (der Strand dort ist dafür allerdings auch perfekt) und ich hinterher nicht tot umfiel. Das nahm ich im folgenden Jahr zum Anlaß, mich auf gut Glück zum Hooby-Lauf beim Residenzlauf anzumelden. Nachdem ich auch den überlebte, wurde ein- bis zweimal die Woche Joggen langsam zu einer Angewohnheit.

Natürlich ist Joggen eine der wirksamsten Maßnahmen zur Konditionssteigerung (und Kondition braucht man z.B. beim Judo, soviel man kriegen kann). Das allein wäre aber kaum Grund genug, es regelmäßig zu betreiben, wenn es nicht noch andere Vorzüge hätte: Man bewegt sich im Freien, was bei schönem Wetter und geeigneten Strecken die Stimmung schon unglaublich hebt. Man kann sich, wenn man es mit dem Tempo nicht übertreibt, sogar noch dabei unterhalten (Gruß an Monika, Claudia, Hörnchen und Annette) oder, wenn man allein unterwegs ist, die Ruhe und den Fluß der Bewegung nutzen, um über alles Mögliche nachzudenken. Und man erfährt die Wirkung der körpereigenen Schmerztöterhormone am eigenen Leib, wenn nach einer halben Stunde die Anstrengung von einem abfällt und man das Gefühl hat, ewig weiterlaufen zu können.

Wer es selbst versuchen möchte, sollte sich eine landschaftlich schöne Strecke suchen (von denen gibt es hier in Würzburg einige) und langsam anfangen. Das Wichtigste ist zunächst, so langsam zu laufen, daß man keine Sauerstoffschuld aufnimmt - ansonsten ist schnell Schluss, mit Seitenstechen, Atemnot und bleiernen Beinen. Wenn man das berücksichtigt, kann man erstaunlich schnell erstaunlich lang durchhalten. Außerdem schadet es nichts, sich ein Paar vernünftige Laufschuhe zuzulegen (um der Fußsohlen und der Gelenke willen) und sich Leute zu suchen, die einen ähnlichen Trainingsstand haben und mit denen man laufen kann. Viel Spaß!


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